Abstract
<jats:title>Zusammenfassung</jats:title> <jats:p>Der Beitrag beleuchtet die Zivilcourage, indem sie mit der antiken Parrhesia kontrastiert wird. Bei der Parrhesia handelt es sich um eine Form des – rhetorisch gesehen formlosen, unorthodoxen und insofern Mut erfordernden – Sprechaktes. Sie findet sich in der Tradition der Rhetorik beschrieben und wurde zuletzt durch den Wissens- und Machthistoriker Michel Foucault als Teil einer Geschichte der Kritik auch systematisch diskutiert. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, begrifflich-phänomenale Unterschiede zwischen dem (modernen) Leitbild der Zivilcourage und der (antiken) Parrhesia herauszuarbeiten. Dies allerdings erlaubt es, für eine behutsame Erweiterung der heute herrschenden Vorstellungen von zivilcouragiertem Handeln zu plädieren. Dieser Beitrag ist Teil des Schwerpunktes „Zivilcourage“ in Ausgabe 3/26.</jats:p>